Ingo Metzmacher

Biografie

Die Arbeit des Dirigenten Ingo Metzmacher zeichnet sich durch den konsequenten Einsatz für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts sowie eine innovative Programmgestaltung aus. Neues hörbar und Bekanntes hörbar neu zu machen: das ist seit Beginn seiner vielseitigen Karriere seine große Leidenschaft.

Zu seinen jüngsten Projekten gehörten die Uraufführung von Johannes Maria Stauds Die Weiden in Wien, Neuproduktionen von Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk in Paris und die französische Erstaufführung von Rihms Jakob Lenz beim Festival d’Aix-en-Provence. 2019 leitete er die Erstaufführung von Enescus Œdipe (2019) bei den Salzburger Festspielen mit den Wiener Philharmonikern. Er gastierte beim Cleveland Orchestra, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem NDR Elbphilharmonie Orchester, sowie dem Ensemble Modern. Im Herbst 2020 (verschoben vom Mai 2020) finden die KunstFestSpiele Herrenhausen zum fünften Mal unter seiner künstlerischen Leitung statt. Die Neuproduktion von Luigi Nonos Intolleranza 1960 bei den Salzburger Festspielen wurde Corona-bedingt auf 2021 verschoben.

Höhepunkte der Saison 20/21 sind eine Neuproduktion von Walter Braunfels Die Vögel an der Bayerischen Staatsoper sowie Gastdirigate u.a. bei den Wiener Symphonikern, dem Symphonieorchester des Schwedischen Rundfunks, den Helsinki Philharmonikern und dem Orchester Maggio Musicale in Florenz. Und er leitet das 40 Jährige Jubiläumskonzert des Ensemble Moderns in der Alten Oper Frankfurt.

Ingo Metzmacher ist regelmäßiger Gast an den großen internationalen Opernhäusern, darunter die Berliner und Wiener Staatsoper, das Royal Opera House Covent Garden, die Mailänder Scala, das Teatro Real in Madrid, die Pariser Opéra sowie das Opernhaus Zürich. Ein weiterer Schwerpunkt der letzten Jahre waren Neuproduktionen von Musiktheaterwerken Luigi Nonos, Bernd Alois Zimmermanns, Harrison Birtwistles und Wolfgang Rihms bei den Salzburger Festspielen. Zudem gab er zahlreiche Konzerte mit führenden Orchestern, darunter die Berliner Philharmoniker und die Wiener Philharmoniker, das Concertgebouw Orchester, das Chicago Symphony Orchestra, die Tschechische Philharmonie, das Russische Nationalorchester, die Sankt Petersburger Philharmoniker, das Orchestre de Paris und das BBC Symphony Orchestra.

Von 2007 bis 2010 war Metzmacher Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, wo seine innovativen thematischen Konzertzyklen - darunter Von deutscher Seele, Aufbruch 1909, und Versuchung, sowie eine neue Konzertreihe mit dem Titel Casual Concerts, das Musikleben der Stadt nachhaltig prägte. Mehrere Tourneen führten ihn und das Orchester durch Europa und Asien.

Metzmacher war von 1997 bis 2005 Generalmusikdirektor der Staatsoper Hamburg, wo er eine Reihe international anerkannter Produktionen leitete, viele davon in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Konwitschny. Anschließend wurde er zum Chefdirigenten der Niederländischen Nationaloper in Amsterdam ernannt. Höhepunkte seiner Amtszeit sind u.a. Aufführungen der drei Mozart-Da-Ponte-Opern, Henzes Die Bassariden, Korngolds Die Tote Stadt, Schrekers Die Gezeichneten und Messiaens Saint François d'Assise.

Als Pianist begleitet er Christine Schäfer, Matthias Goerne, und Christian Gerhaher bei dem Aspen Music Festival, in der London’s Wigmore Hall, bei der Schubertiade Schwarzenberg, und den Salzburg Festival.

Metzmachers umfangreiche Diskographie umfasst unter anderem Veröffentlichungen seiner Hamburger Silvesterkonzerte von 1999 bis 2004 unter dem Titel Who is afraid of 20th Century Music?, die Gesamteinspielung der Sinfonien von Karl Amadeus Hartmann mit den Bamberger Symphonikern, die Uraufführung von Hans Werner Henzes 9. Sinfonie mit den Berliner Philharmonikern und Olivier Messiaens Éclairs sur l’Au-delà… mit den Wiener Philharmonikern. Und Hans Pfitzners Von deutscher Seele und Engelbert Humperdincks Königskinder mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin sowie Live-Aufnahmen von Lady Macbeth von Mzensk an der Wiener Staatsoper und Luigi Nonos Prometeo bei den Salzburger Festspielen.

In seinem Buch Vorhang auf! Oper entdecken und erleben stellt Metzmacher Opern aus vier Jahrhunderten vor und erklärt die Entstehung einer Musiktheaterproduktion. Er ist auch Autor des 2005 veröffentlichtem Buch Keine Angst vor neuen Tönen, einem leidenschaftlichen Plädoyer für wegweisende Komponisten wie Luigi Nono, Charles Ives, Olivier Messiaen, Arnold Schönberg, Edgard Varèse und Karlheinz Stockhausen und John Cage.

In Hannover geboren, studierte er in seiner Heimatstadt Klavier, Musiktheorie und Dirigieren und setzte seine Studien in Salzburg und Köln fort. Seine erste künstlerische Heimat wurde Frankfurt, wo er das Ensemble Modern leitete, und an der Frankfurter Oper unter der Leitung von Michael Gielen. Am Brüsseler Opernhaus La Monnaie begann seine internationale Karriere in 1988, als Gerard Mortier ihn für die Neuproduktion von Franz Schrekers Der Ferne Klang einspringen lies.